Mitgliederbrief 2022

Liebe Jägerkolleginnen und -kollegen,

liebe Mitglieder,

 

am 1. April hat das Jagdjahr 2022/23 begonnen und es startet mit einigen Neuerungen. Nachdem die Untere Jagdbehörde Anfang des Jahres die Ergebnisse des letzten Vegetationsgutachten vorgelegt hat, haben inzwischen auch die Abstimmungen für die Dreijahres-Abschusspläne für das Rehwild stattgefunden. In allen Hegegemeinschaften

NEA-I -V ist nach Aussage der Forstbehörden der Verbiss immer noch zu hoch und daher lautet die Empfehlung auch für nahezu alle Revier "Abschuss erhöhen"! Wer hätte das gedacht wenn man die in den Medien veröffentlichten Kommentare und Meinungen verfolgt. Wie sieht's aber wirklich aus?

 

Schaut man sich die vorgestellten Daten zur Entwicklung der Wälder an und verfolgt die Verlaufskurven der Verbissbelastung für die letzten Jahre, dann erkenn man, dass der Anteil des Laubholzes im Landkreis in den Wäldern deutlich zugenommen hat, - das war ja erwünschtes Ziel! - und der Leittriebverbiss bei fast allen Baumarten mit Ausnahme bei der Eiche, deutlich zurückgegangen ist! Dennoch soll der Abschuss um durchschnittlich 10% erhöht werden. Allerdings - und das muss man auch sagen, bezieht sich das auf die "IST-Abschusszahlen" und somit wird in den meisten Fällen der "alte" SOLL-Abschuss" erreicht.

 

Dem Wald geht es eben schlecht, darin sind sich alle - Förster, Waldbesitzer und auch Jäger einig - aber die Ursachen dafür liegen nicht beim Verbiss, - der spielt nachweislich die geringste Rolle beim "neuen Waldsterben" - sondern beim Wassermangel durch die Trockenheit der vergangenen Jahre und die Kalamitäten durch Schadinsekten wie dem Borkenkäfer. Ziel ist es den Wald fit zu machen für die Zukunft bei geänderten klimatischen Bedingungen. Das natürliche Verjüngungspotenzial der Wälder muss gestärkt werden. Dazu wollen auch wir Jägerinnen und Jäger beitragen.

 

Dem Revier angepasste Bejagungsstrategien, Schwerpunktbejagungen, Einrichtung von Wild-Ruhezonen, Äsungsstreifen und -flächen, Sammelansitzjagden, auch strategisch durchdachte Drückjagden im Herbst sind mögliche Wege den Rehwildbestand artgerecht auf einen, dem Lebensraum angepassten Bestand zu regulieren. Andauernde Beunruhigung und Bejagung, auch in den Schonzeiten sind eher kontraproduktiv.

 

Neben der Rehwildbejagung sollten wir aber auch die intensive Bejagung des Schwarzwilds und die Hege für

das Niederwild nicht völlig aus den Augen verlieren. Neben dem Thema Jagd gab es aber auch im Verein und im Verband einige interessante Ereignisse: Die Hegegemeinschaft Neustadt-I hat einen neuen Vorstand. Nach dem abrupten Rücktritt von Harry Reichel im letzten Jahr wurde nun in der Versammlung der HG-NEA-I am 24. März ANKE WINTER (Revier Oberroßbach) zur Leiterin der HG gewählt. Ihr steht Paul Schneeberger (Revier Beerbach) als Stellvertreter zur Seite.

 

Auch im Bezirk Mittelfranken des Landesjagdverbands gab es Neuwahlen. Wiedergewählt wurde Volker Bau-

er (MdL, Kammerstein) sowie neu gewählt wurden als seine Stellvertreter Hubert Bodächtl (Flachslanden)

und Hannelore Weißmann (Ehingen).

 

Der Landesjägertag des BJV fand am Wochenende 2./3. April in Augsburg statt. Neben den Berichten des

Präsidenten Horst Weidenbusch, des Geschäftsführers Robert Pollmer über das zurückliegende Jahr sowie
dem Kassenbericht standen auch hier Neuwahlen auf der Tagesordnung. Mit geringen Verschiebungen wurde

das gesamte Präsidium wiedergewählt (siehe dazu BJV-Homepage: https://www.jagd-bayern.de/presseinfo-

landesjaegertag2022/;).

 

Sicher fragen sich auch viele von Euch, ob und wann denn unsere Jahreshauptversammlung in diesem Jahr

wieder stattfindet. Am Jahresanfang war als Termin der 22. April geplant. Da die Untere Jagdbehörde dieses

Jahr auch wieder eine Hegeschau für das Jagdjahr 21/22 möchte, aber aufgrund der anhaltenden hohen Inzi-

denzzahlen für CoViD-19 im Landkreis Einschränkungen für notwendig erachtet, haben wir in Absprache mit

der UJB beschlossen, die Jahreshauptversammlung mit Hegschau in den Sommer zu verlegen. Als Termin

wurde der 08. Juli festgelegt. Die Einladungen werden fristgerecht verschickt. Auch wollen wir in diesem Jahr

wieder an der Neustädter Nachkirchweih, am Sonntag, 26. Juni einen Jäger- und Bläserfrühschoppen am Fest-

platz abhalten.

 

In diesem Sinn nun wünsche ich allen Jägerinnen und Jägern und allen Mitgliedern, die uns immer unterstüt-

zen alles Gute für das Jagdjahr 2022/23 - vor allem Gesundheit und Waidmannsheil.

gez. Walter Billmann, 1. Vorsitzender